Kriminalität von Einwanderern aus Lateinamerika und illegale Einwanderung in die USA

Wir betrachen das Beispiel der Einwanderung aus Mexiko und anderen lateinamerikanischen Ländern in die USA (viel davon illegal). Menschen aus Mexiko und anderen lateinamerikanischen Ländern und ihre Nachkommen werden als “Hispanics” bezeichnet und zu bestimmten Zwecken in den USA als eine ethnische Kategorie behandelt. Rein technisch ist “hispanisch” eine ethnische und keine rassische Kategorie, aber manche Menschen behandeln sie auch als eine rassische Kategorie, was zu einiger Verwirrung sorgt. Diese Seite geht der Frage der Kriminalität von Hispanics nach und den Implikationen, die das für die Debatte über Einwanderung hat.

Schon fast vorhersehbar nehmen Restriktionisten einen pessimistischeren Blickwinkel ein, während Unterstützer von Einwanderung positivere Erwartungen hegen.

Bevor es daran geht, die verschiedenen Interpretationen für die statistischen Beweise zu sichten, stelle man sich die Frage: wenn die hohe Kriminalitätsrate der Hispanics (so wie sie ist) die Folgerung ergibt, daß Hispanics nicht einwandern dürfen, folgt dann aus der noch höheren Kriminalitätsrate für Schwarze, daß ma diese in Massen nach Afrika “deportieren” sollte?

Es ist zu beachten, daß diese Seite sich um Sorgen wegen Kriminalität bei den aktuellen Niveaus und Mustern der Einwanderung in die USA dreht. Eine Diskussion, was unter wirklich offenen Grenzen passieren würde, ist notwendigerweise spekulativ, ein Versuch wird aber in dem Blogpost Crime in the US under open borders von Vipul Naik, 14. Oktober 2012, auf Open Borders unternommen.

Statistiken zur Kriminalität und zu Inhaftierungen

Ein Report über Raten für Inhaftierungen durch das Migration Policy Institute findet das folgende in Tabelle 1:

  • Rate für Inhaftierungen der in den USA Geborenen: 3,51% (nichthispanische Weiße: 1,71%, nichthispanische Schwarze: 11,61%, Hispanics in einer Spanne von 2,3% bis 5,9% je nach Land der Herkunft, Asiaten in einer Spanne von 1% bis 7,2%).
  • Rate für Inhaftierungen der im Ausland Geborenen: 0,86%, d. h. ungefähr ein Viertel der in den USA Geborenen (nichthispanische Weiße 0,57%, nichthispanische Schwarze 2,47%, Hispanics in einer Spanne von 0,2% bis 2,2% je nach Herkunftsland, wenn man Puertoricaner ausnimmt, die amerikanische Staatsbürger sind, Asiaten in einer Spanne von 0,1% bis 0,9%). Man beachte, daß alle im Ausland Geborenen aller ethnischen Gruppen, Schwarze eingeschlossen, niedriger Kriminalitätsraten haben als der Durchschnitt der in den USA Geborenen.

Tabelle 2 im selben Report vergleicht diejenigen mit und ohne einen High-School-Abschluß nach ethnischen Gruppen. Für jede Kombination von ethnischer Gruppe und Status für den High-School-Abschluß haben die im Ausland Geborenen eine niedrigere Rate von Inhaftierungen als die in den USA Geborenen. Das erklärt, warum sich Restriktionisten, die sich der Statistiken bewußt sind, auf die Kriminalität in der zweiten und dritten Generation bei ihrem Argument gegen Einwanderung fokussieren.

Der obengenannte Report ist kein Einzelfall. Ähnliche Resultate ergaben sich in einer Anzahl von Quellen, etwa dem National Crime Victimization Survey (NCVS), der Übersicht “Immigration and Intergenerational Mobility in Metropolitan Los Angeles (IIMMLA)”, der Studie “Children of Immigrants Longitudinal Study (CILS)”, der Studie “National Longitudinal Study of Adolescent Health (Add Health)” und weiteren Studien.

Gründe für unterschiedliche Intepretationen der Daten

  • Einschluß der Schwarzen in der Gruppe der in den USA Geboren mit welchem Vergleich?: Restriktionisten vergleichen im Allgemeinen die Kriminalitätsrate unter Hispanics mit der von “nichthispanischen Weißen” (anstatt etwa der aller Amerikaner unter Einschluß von Schwarzen). Unterstützer von hispanischer Einwanderung behaupten hingegen, daß ein besserer Vergleich mit allen Amerikanern, einschließlich der Schwarzen, wäre. Diese beiden unterschiedlichen Herangehensweisen bei der Analyse führen zu ziemlich unterschiedlichen Schlußfolgerungen, weil die Kriminalitätsrate für Schwarze in den USA höher als für alle anderen rassischen Kategorien ist (Weiße, Hispanics, und die numerisch kleinere Gruppe der Ostasiaten, Südasiaten und anderer rassischen Minderheiten). Siehe hierzu auch: Race and crime in the United States für Verweise zu autoritativen Quellen für Kriminalitätsraten. Für mehr über die Gründe hinter dieser Wahl siehe: Why do many US restrictionists use “non-Hispanic whites” as the normative comparison group? von Vipul Naik.
  • Sollte Kontrollvariablen für demographische Größen verwendet werden?: Restriktionisten ziehen es vor, keine demographischen Kontrollvariablen (Alter, Geschlecht und Ort) beim Vergleich von Kriminalitätsraten zu verwenden. Unterstützer von Einwanderer ziehen es vor, solche Kontrollvariablen zu verwenden. Der Grund, warum das wichtig ist, liegt darin, daß illegale Einwanderer unverhältnismäßig häufig männlich und jung sind, eine demographische Gruppe, die seit Anbeginn der Zeit mehr zu Verbrechen geneigt hat.
  • Sollte man Einwanderung die Schuld geben für die Verbrechen von Hispanics, die in den USA geboren sind?: Restriktionisten halten Einwanderung für die Verbrechen verantwortlich, die von Hispanicsinsgesamt begangen werden, nicht nur von Einwanderern oder illegalen Einwanderern. Insbesondere halten sie Einwanderung verantwortlich für die Verbrechen, die von “Einwanderern” der zweiten und dritten Generation begangen werden — d. h. von den Kindern und Enkeln. Unterstützer von Einwanderung weisen darauf hin, daß illegale Einwanderer selbst nur sehr wenige Gewaltverbrechen begehen, weil sie eine Abschiebung befürchten. Restriktionisten gestehen dies bis zu einem gewissen Grade zu, aber sind weiter über Verbrechen besorgt, die von den Kindern und Enkeln der Einwanderer begangen werden.
  • Sollten auch Vergehen gegen Einwanderungsgesetze zu den Verbrechen gezählt werden? Manche der Statistiken zählen bei den Raten für Kriminalität und Inhaftierungen auch Vergehen gegen Einwanderungsgesetze als Verbrechen mit.

Restriktionistische Argumente über die Verbindung zwischen Einwanderern und Kriminalität

Evidenz und Argumente gegen die Verbindung von Einwanderern und Kriminalität

Kriminalität in derzweiten und dritten Generation

Insgesamt zeigen die Daten in Tabelle 1, daß Hispanics höhere Raten für Kriminalität als nichthispanische Weiße und die meisten ethnischen Gruppen aus Asien haben. Von daher haben Restriktionisten, die sich auf den Effekt von Verbrechen durch Angehörige der zweiten und dritten Generation fokussieren, Gründe, sich deswegen Sorgen zu machen, auch wenn der Vergleich mit allen Amerikanern inklusive Schwarzen, wie oben aufgezeigt wurde, ein anderes Bild ergibt. Wie die Analogie einer Abschiebung nach Afrika klargemacht hat, führt der Ausschluß einer gesamten ethnischen Gruppe wegen vermuteter zukünftiger Raten für Kriminalität ihrer Nachkommen aufgrund von Vergangenheitsdaten, die sowieso nicht viel höher als für Einheimische liegen, zu wesentlich mehr Schäden, als sie hereinzulassen und um eine Kriminalitätsrate zu kümmern, die vielleicht in der Zukunft weniger schnell fällt oder leicht steigt.

Kosten für die Verhinderung von illegaler Einwanderung

Wenn die Polizei auf lokaler Ebene in den USA ihre Ressourcen darauf verwendet, Verletzungen der Einwanderungsgesetze zu untersuchen, dann stehen ihnen weniger Ressourcen zur Verfügung, Gewalt- und Eigentumsverbrechen zu untersuchen. Hierzu Verweise:

Andere vermischte Fragen

P.S.: Vielen Dank an Alex Nowrasteh für Vorschläge zu den Verweisen und Referenzen auf der Seite.

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