Gemäßigt und radikal für offene Grenzen

Siehe auch: Vorsorgeprinzip, Überschwemmung durch Einwanderer, allmählich und plötzlich offene Grenzen und ethische und praktische Argumente.

Unter denjenigen, die im Allgemeinen für eine Ausweitung von Einwanderung sind, gibt es manche, die offene Grenzen gemäßigt unterstützen. Solche Unterstützer übernehmen typischerweise nicht das libertäre Argument für offene Grenzen in seiner Gänze, sondern können von manchen utilitaristischen und egalitären Argumenten überzeugt sein. Sie können auch auf Basis des Vorsorgeprinzips skeptisch gegenüber radikalen Veränderungen für die Einwanderungspolitik sein. Sie beginnen im Allgemeinen vom Status Quo und betrachten dann, welche Veränderungen gemacht werden können und sollten.

Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die radikale offene Grenzen unterstützen. Sie argumentieren im Allgemeinen stark von einem Vorbehalt für offene Grenzen und fragen dann, wann wenn überhaupt Einwanderung begrenzt werden darf.

Die Unterscheidung von gemäßigt und die radikal hat eine leichte Variante: diejenigen, die radikale offene Grenzen unterstützen, aber wünschen, daß dies durch allmähliche Steigerungen von Einwanderungsquoten erreicht wird.

Blogposts und Artikel

Antworten von Unterstützern von offenen Grenzen

In seinem Artikel Why Should We Restrict Immigration?(PDF, 20 Seiten, freie Version), einem Teil von Cato Journal Winter 2012, argumentiert Bryan Caplan, daß es, anstatt gemäßigt offene Grenzen zu vertreten aus Angst vor radikal offenen Grenzen, Sinn macht, allmählich in Richtung von offenen Grenzen zu arbeiten und bei einem Stadium anzuhalten, wenn die Dinge beginnen, schlechter zu werden:

Wenn man etwas wie das Vorsorgeprinzip vertritt (Sunstein 2005), ist dies ein starker Einwand gegen unmittelbar offenen Grenzen. Die Gesellschaft, in der wir leben, funktioniert extrem gut nach Welt- und historischen Standards. Wenn man in der ersten Welt lebt, geht es einem gut. Warum ein Risiko eingehen?

Aus einem amoralischen, risikoaversen Blickwinkel gibt es keine gute Antwort auf diesen Einwand. Aber wenn man einen moralischen Vorbehalt ernsthaft für Freizügigkeit hat, ist das in der Tat ein schwaches Argument. Beschränkungen von Einwanderung ist nicht eine unbedeutende Lästigkeit, die wir für unseren Seelenfrieden dem Rest der Welt auferlegen. Beschränkungen von Einwanderung ruinieren Millionen von Leben— unter Zwang Menschen die Chance zu verweigern, mit ihren besten Kunden Geschäfte zu machen. „Wir halten Millionen im Elend der dritten Welt gefangen, weil wir wissen, daß Freizügigkeit sehr schlimme Folgen hat“ kann den Vorbehalt für offene Grenzen womöglich überstimmen. „Wir halten Millionen im Elend der dritten Welt, weil es eine kleine Wahrscheinlichkeit gibt, daß Freizügigkeit sehr schlimme Folgen hat“ kann das nicht. Man denke an den moralischen Fortschritt, den das Vorsorgeprinzip ausgeschlossen hätte: bis eine Gesellschaft Religionsfreiheit ausprobiert hätte oder die Abschaffung der Sklaverei, könnte niemand sicher sein, daß das Experiment nicht in einem Desaster enden würde.

In jedem Fall liefert das Vorsorgeprinzip keine Unterstützung für den Status Quo. Die existierende Forschung bestätigt, daß mäßige Libralisierung von Einwanderung hervorragende Folgen hat. Wenn Problem des „out of sample“ für einen ein Problem ist, ist die offensichtliche Lösung die Stichprobe allmählich zu erweitern. Schritt 1: ein bißchen mehr liberalisieren als jedes andere Land. Schritt 2: sehen, was passiert. Schritt 3: bei Abwesenheit von sehr schlimmen Folgen ein bißchen mehr liberalisieren und zurück zu Schritt 1.

 

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