John und Julio

Aus What We Owe Immigrants, einem Blogpost von Bryan Caplan:

Angenommen zwei Männer, John und Julio, sind auf dem Weg zu einem Bewerbungsgespräch. Julio sagt zu John: “Ich brauche diese Arbeit mehr als Du. Bitte steig aus dem Rennen aus, und ich bekomme sie.“ Es ist vollkommen vernünftig für John die Antwort von Hardenberg zu geben: “Nein, Du bist ein Fremder, und ich schulde Dir nichts.“ Für diesen Punkt sind Mangan und ich uns völlig einig.

Doch angenommen, daß John Julio mit Handschellen an einem Baum festkettet, um zu verhindern, daß er zum Bewerbungsgespräch geht. Julio sagt: „Laß mich gehen. Ich verdiene auch eine Chance, die Arbeit zu bekommen. An diesem Punkt ist es lachhaft für Julio zu antworten: “Du bist ein Fremder, und ich schulde Dir nichts.“ Julio verlangt nicht Hilfe; er verlangt nur, daß John ihn in Ruhe läßt. Und wenn John dagegen einwenden würde: „Du läßt mich nicht in Ruhe. Diese Arbeit gehört MIR, und Du versuchst, sie mir zu stehlen.“ Dann müßten wir antworten: „Die Arbeit gehört nicht Dir. Der Eigentümer des Unternehmens darf entscheiden, wen er einstellen möchte.“

All das ist offensichtlich für jedes integre Kind von zehn Jahren. Du hast keine Verpflichtung, Dein Spielzeug Kindern mit weniger Glück zu geben, aber du darfst sicherlich nicht das Spielzeug von Kindern mit weniger Glück stehlen.

Leider haben die meisten Erwachsenen, wenn die Opfer in einem anderen Land geboren wurden, nicht den Sinn für Moral eine zehnjährigen Kindes. Sie willen armen Ausländern nicht helfen? Prima. Aber lassen Sie sie wenigstens in Ruhe, wenn sie ihre Arbeit an willige Arbeitgeber verkaufen, Wohnungen von willigen Vermietern kaufen und Waren von willigen Händlern kaufen.

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