Der blinde Fleck der Wirtschaftswissenschaften

Dieses Argument gegen offene Grenzen hinterfragt die Vorstellung, daß Wirtschaftswissenschaftler irgendeine besonders Qualifikation haben, aus der für andere folgen würde, daß man die Tatsache ernstnehmen müßte , daß Wirtschaftswissenschaftler eine konsistente Unterstützung für höhere Niveaus an Einwanderung aufweisen. Es wird etwa argumentiert, daß Wirtschaftswissenschaftler unter einigen blinden Flecken leiden, wie etwa:

  • Wirtschaftswissenschaftler denken nur an Interaktionen auf einem Markt und nicht über die sozialen, politischen und kulturellen Kosten von Einwanderung.
  • Wirtschaftswissenschaftler neigen dazu, sich nur irreführende Maße für den Gesamtwohlstand Sorgen zu machen, und sie sind gleichgültig gegen Verteilungsgesichtspunkte, z. B. den Schaden, den Einwanderung einigen Segmenten der einheimischen Bevölkerung antut.

In einem Artikel mit dem Titel Economists on Immigration: What’s The Matter? schreibt Steve Sailer:

Man kann Wirtschaftswissenschaftlern nicht vollständig die Schuld für ihre Schwäche bei Einwanderung geben. Die meisten sind von ihrer Ausbildung her nicht in der Lage, tief über die große Bandbreite der Fragen nachzudenken, die durch Einwanderung angeschnitten werden. Wirtschaftswissenschaftler mögen es, vereinfachende Annahmen zu machen, die sie intellektuell entwaffnen, um Fragen zu analysieren, die so weit über ihren Bereich hinausgehen.

Sie haben bestimmt die Geschichte gehört von dem Physiker, dem Chemiker und dem Wirtschaftswissenschaftler, die nach einem Schiffbruch auf einer wüsten Insel landen. Sie haben Hunger und finden ein Ladung Dosenfleisch mit Bohnen am Strand. Aber sie haben keinen Dosenöffner. Also veranstalten sie ein Symposium, wie man die Dosen öffnen kann. Der Physiker spricht als erster:

“Ich habe mir eine physikalische Lösung ausgedacht. Wir finden einen spitzen Stein und drehen ihn an der Kante der Dose mit, sagen wir, 25 Metern pro Sekunde —”

Der Chemiker unterbricht ihn:

“Nein, ich habe eine chemische Lösung: wir erhitzen die Moleküle im Inhalt auf mehr als 100 Grad Celsius, bis sich der Druck aufbaut auf —”

Der Wirtschaftswissenschaftler unterbricht ihn mit einem herablassenden Ton, von dem seine Stimme überfließt:

“Meine Herren, ich habe eine viel elegantere Lösung. Nehmen wir an, daß wir einen Dosenöffner haben …”

Ganz ähnlich neigen Wirtschaftswissenschaftler die Gesundheit der politischen, institutionellen, kulturellen und menschlichen Grundlagen einer entwickelten Wirtschaft anzunehmen. Somit sind sie ohne einen Schimmer über die langfristigen Bedrohungen, die Einwanderung in den Raum stellt.

Für mehr davon siehe den ganzen Artikel von Sailer.

In einem anderen Artikel für VDARE.com mit dem Titel Elitist Economists, Immigration, and the American Future schreibt Steve Sailer:

Und die Glauben von Caplan, daß man sich den “Experten” überlassen sollte bei der Klugheit von offenen Grenzen ist sogar noch ein größerer Selbstwiderspruch, weil die übergroße Mehrheit der befragten Wirtschaftswissenschaftler keineswegs Experten für Einwanderung sind. […]

Caplan selbst hat auf seinem Blog über die Jahre wenig Bewußtsein von objektiven Tatsachen über Einwanderung gezeigt. Er besitzt jedoch einen nicht mißzuverstehenden dogmatischen Glauben an die Theorien des verblichenen Julian Simon darüber, wie Einwanderung für uns vorteilhaft sein sollte.

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