Milton Friedman über Einwanderung und den Wohlfahrtsstaat

Von Milton Friedman stammt die Behauptung, daß man offene Grenzen oder einen Wohlfahrtsstaat, aber nicht beides haben kann. Hier ist ein Video, wo er das  sagt:

Siehe auch diese Email von Milton Friedman an Henryk A. Kowalczyk mit ähnlichen Argumenten. Milton Friedman schreibt:

Einwanderung ist eine besonders schwierige Frage. Es gibt keinen Zweifel, daß freie und offene Einwanderung die richtige Politik für einen libertären Staat ist. Aber mit einem Wohlfahrtsstaat ust es eine andere Geschichte: das Angebot an Einwanderern wird unendlich werden. Ihr Vorschlag, daß jemand nur für eine Beschäftigung kommen kann, ist gut. Aber er würde das Problem nicht vollständig lösen. Der wirkliche Haken ist es, den Einwanderern, die hier sind, Sozialleistungen zu verweigern. Das ist sehr schwer umzusetzen, viel schwerer, als man denken könnte, wie wir in Kalifornien herausgefunden haben. Aber nichtsdestotrotz wollen wir ganz klar in die Richtung uns bewegen, von der Sie sprechen. Also ist das eine Frage der Spitzfindigkeit, nicht eine eines ernsthaften Einwandes.

Milton Friedmans Kommentare sind von vielen Gegnern von offenen Grenzen zitiert worden, die auf der Grundlage des Einwands argumentieren, daß diese nicht mit einem Wohlfahrtsstaat vereinbar sind. Allerdings haben Befürworter von offenen Grenzen dazu bemerkt, daß Milton Friedman sich einerseits für illegale Einwanderung ausgesprochen hat und daß andererseits gewisse Gesichtspunkte unter den Tisch fallen.

Schauen Sie zum Beispiel auf den offensichtlichen, unmittelbaren und praktischen Fall der illegalen Einwanderung aus Mexiko. Nun, diese Einwanderung aus Mexiko über die Grenze ist eine gute Sache für die illegalen Einwanderer. Sie ist eine gute Sache für die Vereinigten Staaten. Sie ist eine gute Sache für die Bürger des Landes. Aber sie ist nur eine gute Sache, solange sie illegal ist.

Der Autor des Blogposts fährt fort mit der Anmerkung:

Es gibt keine Frage, daß Milton Friedman gesagt hat, daß in einer Wohlfahrtsgesellschaft “illegale Einwanderung” genau die Art von Einwanderung ist, die das Land braucht. Die Fremdenfeinde haben seine Meinung auf den Kopf gestellt. Sie werden Lippenbekenntnisse für legale Einwanderung abgeben, aber die illegale Einwanderung verdammen. Die Pseudo-Libertären, Sozialkonservativen und Rassisten werden versuchen, es so klingen zu lassen, als wenn Friedman gegen illegale Einwanderer aus Mexiko gewesen wäre. In Wirklichkeit sagte er, daß solche Einwanderung “eine gute Sache” für jeden der Betroffenen ist. Und seine Schlußfolgerung ist, daß sie der Einwanderung vor 1914 am nächsten kommt, soweit möglich in einem Wohlfahrtsstaat. Friedman sagt, daß das ein Paradox von Staatseingriffen ist, daß sie eine illegale Handlung in eine vorteilhafte verwandeln, während legale Einwanderung potentiell ein Problem ist. Man bemerke, daß die Gruppen, die Friedman zitieren, nie seine Aussage zitieren, daß illegale Einwanderung aus Mexiko gut ist.

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