Das Friedensargument

Die allgemeine Behauptung ist die, daß größere Freizügigkeit für Menschen, die aus friedlichen Gründen umziehen möchten (wie etwa Geschäft, Spaß, Familienzusammenführung) die Wahrscheinlichkeit und Schwere von Konflikten zwischen den Nationen reduziert. Wenn das stimmt, dann läuft die Metapher der Invasion durch die Fremden für offene Grenzen genau falsch herum.

Es handelt sich um zwei empirische Behauptungen:

  • Länder, die durch Wanderung eng verbunden sind (z. B. einen bedeutenden Anteil an Menschen aus dem einen Land haben, die in dem anderen wohnen) ziehen mit geringerer Wahrscheinlichkeit in den Krieg. Darüber hinaus sind Kriege, wenn sie vorkommen, kürzer und weniger blutig. Außerdem geht der Zusammenhang teilweise ursächlich von der Verbindung durch Wanderung hin zum Frieden.
  • Länder, die allgemein für Einwanderung offen sind, ziehen mit geringerer Wahrscheinlichkeit in den Krieg, selbst mit Ländern, aus denen keine wesentliche Anzahl an Einwanderern kommen. Der Zusammenhang könnte teilweise ursächlich sein.

Leider gibt es (nach unserem Wissen) nur sehr wenig empirische Forschung, die sich mit diesen Fragen beschäftigt. Von daher sind die obenstehenden Hypothesen gegenwärtig nur Hypothesen.

Dennoch gibt es starke Gründe, die diese Hypothesen auf den ersten Blick plausibel machen:

  • Die Analogie zwischen Wanderung und Handel sowie die Tatsache, daß es starke Belege gibt, die darauf hindeuten, daß die analoge Behauptung für Handel stimmt: Länder, die miteinander Handel treiben, ziehen mit geringer Wahrscheinlichkeit gegeneinander in den Krieg, und Länder, die allgemein für Handel offen sind, ziehen mit geringerer Wahrscheinlichkeit in den Krieg, sogar gegen Länder, mit denen sie nicht viel Handel treiben. Als Einführung siehe: The Diffusion of Prosperity and Peace by Globalization von Erich Weede für das Independent Institute.
  • Es gibt viele historische Anekdoten, die andeuten, daß ein Land mit einer großen Anzahl von Einwanderern aus einem anderen Land stärkere Beschränkungen dagegen hat, mit diesem anderen Land Krieg zu führen.

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