Geringerer IQ

Das Argument, daß Einwanderer einen niedrigeren IQ haben, ist nicht so sehr ein unmittelbares Argument gegen offene Grenzen, sondern vielmehr eines, das andere Argumente unterstützt. Insbesondere wird behauptet:

Das Argument ist komplex und vielschichtig. Es ist am besten, hier auf einige seiner Vertreter zu verweisen, die das Argument besonders beredt aufmachen:

Andererseits meint der Wirtschaftswissenschaftler Garett Jones, der sich umfassend mit dem Zusammenhang zwischen IQ und Wirtschaftswachstum auseinandergesetzt hat und der der Behauptung in einem weiten Sinne zustimmt, daß der durchschnittliche IQ ein wichtige Bestimmungsgröße für Wirtschaftswachstum ist, daß seine Forschung offenere Grenzen unterstützt (wenn auch vielleicht nicht vollkommen offene Grenzen). Er ist einer der Unterzeichner des  offenen Briefes an den amerikanischen Präsidenten zu Einwanderung. Auf seiner Homepage schreibt er:

Als Makroökonom untersuche ich langfristiges Wirtschaftswachstum und kurzfristige Geschäftszyklen. Meine aktuelle Forschung geht der Frage nach, warum IQ und kognitive Fähigkeiten eine Rolle zu spielen scheinen mehr für Nationen als für Individuen.

Zum Beispiel; zwei Standardabweichungen mehr beim IQ einer einzelnen Person sagt eine Steigerung des Einkommens um 30% vorher. Aber dieselbe Steigerung im durchschnittlichen IQ eines Landes sagt eine Steigerung des durchschnittlichen Einkommens in dem Land von 700% voraus. Ich möchte verstehen, warum der IQ einen derart hohen gesellschaftlichen Mulitplikator hat.

Die Geschichte ist ganz dasselbe für Testergebnisse in Mathematik und Naturwissenschaften: Das individuelle Ergebnis für jemanden sagt wenig dafür voraus, wie sie sich auf dem Arbeitsmarkt schlägt, aber die reichsten und am schnellsten wachsenden Länder in der Welt neigen dazu, sich viel besser bei Tests für Mathematik und Naturwissenschaften zu schlagen. Wenn der IQ-Mulitplikator nur halb so groß ist, wie es den Anschein hat, dann sollte die Politik für Gesundheit, Ernährung und Einwanderung in den Entwicklungsländern darauf ausgerichtet sein, die durchschnittliche Intelligenz der ärmsten Nationen der Welt zu erhöhen.

Eine noch wichtigere Folgerung aus meiner Forschung ist die, daß Einwanderer mit geringen Qualifikationen in den reichten Länder der Welt arbeiten dürfen sollten: Einwanderer mit geringen Qualifikationen haben einen geringen oder keinen Nettoeffekt auf die Löhne der Bürger von reichen Ländern, aber ihr Leben verbessert sich massiv, wenn sie in diesen Ländern arbeiten dürfen.

Kritische Diskussion der Argumente über einen geringeren IQ aus dem Blickwinkeln von Nicht-Restriktionisten

  • Intelligence, international development, and immigration auf dem Blog von Open Borders entwickelt ein detailliertes Argument für offene Grenzen und Charter Cities auf der Grundlage von vorliegender Forschung über Unterschiede beim IQ.
  • Garett Jones responds to my intelligence post, eine weitere Entwicklung des Arguments, warum die Einwanderung von Menschen mit niedrigem IQ nicht zu all den negativen Folgen führen könnte, die von Restriktionisten befürchtet werden.
  • Immigration externalities, ein Blogpost von Jason Collins, in dem er die Kernpunkte des Streites zwischen konkurrierenden Hypothesen auseinanderlegt: die vermittelnde Rolle von Institutionen und die Debatte darüber,  ob der Anteil mit hohen IQs oder der mit niedrigen IQs eine größere Vorhersagekraft hat.
  • In a Just World, ein Post auf Econlog von Bryan Caplan, in dem er argumentiert, daß die geringen IQs von einigen Einwanderern nicht als Vorwand genommen werden sollten, ihnen ihre grundlegenden Rechte als Menschen zu verweigern.

IQ als Argument für Beschränkungen der Einwanderung

  • IQ and double counting the harms of immigration von Vipul Naik, veröffentlicht am 14. Oktober 2012 auf dem Blog von Open Borders und mit dem Argument, daß IQ keinen zusätzlichen Grund gegen Einwanderung liefert. Ein Auszug:

    Das bringt mich zum Kernpunkt meines Einwandes gegen die Sorge wegen eines geringeren IQs. Wenn der geringere IQ von Einwanderern die Sorge steigert wegen mehr Kriminalität von Einwanderern oder wegen falscher politischer Ansichten, dann sollte das sich in den Fakten über Kriminalitätsraten von Einwanderern und politischen Überzeugungen offenbaren. Wenn es sich dort tatsächlich offenbart, dann ist es prima, ein Punkt an die Restriktionisten, und wo wir diesen vergeben haben, welche zusätzliche Information gibt uns dann der geringe IQ der Einwanderung? Indem sie sagen, daß Einwanderer Verbrechen begehen und daß sie einen niedrigeren IQ haben, der bedeutet, daß sie mehr Verbrechen begehen, scheint es so, als wenn man die Kriminalität doppelt verbucht.

  • Against High-IQ Misanthropy von Byran Caplan, veröffentlicht am 15. September 2010 bei EconLog, wo er erklärt, wie komparative Vorteile viele der wirtschaftlichen Sorgen zu niedrigen IQs  adressieren und auch wie Effekte durch die Zusammensetzung ein irreführendes Bild zeichnen. Er geht dabei nicht speziell Einwanderung an, aber das ist das unausgesprochene Thema seines Blogsposts.
  • IQ and Immigration: Only a Slight Caricature, von Bryan Caplan, veröffentlicht am 6. Mai 2010 auf EconLog, wo er schreibt:

    Herr Menschliche Biodiversität: Der durchschnittliche IQ von Einwanderern aus Mexiko ist 11 Punkte weniger als unserer. Laßt sie uns deshalb wie Tiere fangen und in die feuergefüllte Kluft zurückwerfen, aus der sie gekommen sind!

    Dr. Mainstream-Intellektueller: Nur ein Monster wie Sie würde etwas so Abscheuliches über ihren IQ sagen!

    Ich: ?!

    Was er sagt, wenn auch indirekt, ist, daß, selbst wenn ein geringerer IQ wirklich vorliegt, dies keine hinreichende Rechtfertigung für Beschränkungen der Einwanderung ist, weil es ein starkes Argument für offene Grenzen gibt. Keyhole Solutions wären angemessener. Caplan macht sich auch über Mainstream-Intellektuelle lustig, die erbost über eine Aussage über Unterschiede im IQ werden (was letztlich eine Behauptung über Tatsachen ist, die sich beweisen oder widerlegen läßt, indem man sich die Beweise anschaut), als sich vielmehr der wirklichen Monstrosität anzunehme, nämlich daß Unterschiede im IQ als Grund für Beschränkungen von Einwanderung genommen werden.

  • In einem Zitat, das IQ und Einwanderungsfragen bei Slate diskutiert, sagte der bekannte restriktionistische Wirtschaftswissenschaftler George Borjas:

In der Tat habe ich Jason, wie ich weiß, schon frühzeitig gesagt, weil ich das schon lange geglaubt habe, daß ich die akademischen Arbeiten über IQ nicht allzu interessant finde.  Wirtschaftliche Ergebnisse und IQ sind nur schwach miteinander verbunden, und IQ mißt nur eine Art von Fähigkeiten. Ich habe das Glück gehabt, viele Menschen im akademischen Bereich mit hohen IQs zu treffen, die vollkommene Versager waren, und viele gescheite, aber nicht übergescheite Leute, die unglaublich erfolgreich sind wegen ihres Beharrungsvermögens, ihrer Motivation, usw. Von daher meine ich, daß der Fokus auf IQ insgesamt fehlgeht.

Meinung und Einfluß von IQ-Forschern auf die Debatte über Einwanderung

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