Sentimentalität

Eine der Kritiken an Vertretern von Einwanderung oder offenen Grenzen ist die, daß sie oft auf sentimentale Argumente zurückgreifen wie etwa: “Als meine Oma als unqualifizierte Einwandererin in die USA kam, gab keine Beschränkungen für Einwanderung.“ In der Tag wäre das eine zutreffende Kritik, wenn das einzige Argument, das von einem Unterstützer von Einwanderung angeboten würde, eine solche Art von sentimentalem Argument wäre.

Beispielsweise schreibt Steve Sailer in einem Artikel für VDARE.com mit dem Titel Economists On Immigration: What’s The Matter?:

Mankiw fällt es zum Beispiel schwer, über Einwanderung nachzudenken, ohne stolz seine vier Großeltern hereinzuziehen, die aus der Ukraine eingewandert sind. Er bloggte:

„Wenn ich unqualifizierte mexikanische Arbeiter sehe, die in die USA kommen, um bessere Arbeit zu finden, kann ich keinen Unterschied zwischen ihnen und den vier ukrainischen Einwanderern zu sehen, die ich kenne und die vor fast einem Jahrhundert in die USA, um ein besseres Leben zu finden. Jene vier Ukrainer waren meine Großeltern. Von daher fühlt sich eine harte Linie gegen Einwanderung für mich sehr so an, als wenn ich meiner Großmutter die Türe vor der Nase zuschlage.“

Ganz ähnlich schrieb, Paul Krugman in seiner Kolumne für die New York Times in diesem Frühjahr:

“‘Gebt mir Eure Müden, Eure Armen, Eure zusammgedrängten Massen, die sich danach sehnen, frei zu atmen”, schrieb Emma Lazarus in einem Gedicht, bei dem ich immer noch schwer schlucke. Ich bin stolz auf die Amerikas Geschichte der Einwanderung und dankbar, daß die Türe offen war, als meine Großeltern aus Rußland flohen. Ich bin instinktiv und gefühlsmäßig für Einwanderung.“

[…]

Diese Wirtschafstwissenschaftler fühlen offensichtlich, daß der wichtigste Zweck der zukünftigen amerikanischen Einwanderungspolitik ist, die Aufnahme ihrer eigenen Großeltern auf Ellis Island vor einem Jahrhundert zu bestätigen. Dem Anschein nach sind sie nicht darin ausgebildet worden, die starken Gefühle zu verstehen, die ihre Vorlieben antreiben. Ihre individualistische Perspektive scheint zu begrenzt zu sein, um viele menschliche Motivationen zu verstehen, besonders politische.

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